Jänner 2020

Rückblick 2019/Ausblick 2020: Geschäftsführer Dr. Kneissl-Mayer im Interview
Intensivmedizin Notfallmedizin Sepsis
AMOMED Pharma Geschäftsführer Dr. Günther Kneissl-Mayer

Was waren die Meilensteine bzw. nennenswerte Entwicklungen in 2019?

 

Zunächst einmal ist die Verdopplung des Umsatzes ein Riesenerfolg. Dabei half vor allem Trisuva® in Österreich mit und zeigte, welch großes Potential in diesem Produkt steckt.

Auch das kardiovaskuläre Kernportfolio (Empressin®, Esmocard®, Rapibloc®) wies mit +53% ein tolles Wachstum auf. Als erstes Land verkaufte Österreich fast 1.000 Stück von Rapibloc® 300mg in einem Monat. Von großer Bedeutung für die Zukunft war der erfolgreiche Abschluss des DCP (decentralized procedure) für Tresuvi® und die Einreichung weiterer Zulassungen.

Außerdem nahmen wir in 2019 knapp 30 neue Mitarbeiter auf und konnten diese gut integrieren.

 

Was unterscheidet AMOMED von anderen Pharmaunternehmen?

 

AMOMED ist ein relativ kleiner Player in der Pharmawelt, was die Größe unseres Unternehmens betrifft. Wir sind gezwungen, andere Wege zu gehen und zwar in beinahe allen Bereichen. Das prägt die Strategie und Kultur. Bei AMOMED ist jeder einzelne Mitarbeiter gefordert, mit unternehmerischem Geist und Hartnäckigkeit, Lösungen zu finden und umzusetzen.

 

Was sind die zu erwartenden Meilensteine für 2020?

 

Für mich ist 2020 nur die Overtüre zu weitaus größeren Erfolgen. Mit Trisuva®, Rapibloc® und Empressin® wollen wir Europa und andere Länder erobern. Es muss unser Anspruch sein, dass wir ganze Märkte entwickeln und unsere Kunden vom enormen Nutzen unserer Produkte restlos überzeugen.

2020 sehe ich als Jahr der Konsolidierung, als kurze Pause vor dem Sturm bevor wir dann 2021 einen großen Sprung machen werden. Die wichtigsten Meilensteine werden sein, dass wir das DCP2 und den Herstellerwechsel für Trisuva® im Zeitplan abschließen können, Rapibloc in Italien und Griechenland zu einem akzeptablen Preis von den Sozialversicherungen erstattet wird und ebenso Empressin® in Frankreich und Spanien. Ferner wollen wir die Registrierungsprozesse für einen zweiten Hersteller von Empressin® und Rapibloc® abschließen.

 

Wie schätzen Sie die aktuelle Wirtschaftslage europaweit für die Pharmaindustrie ein?

 

Obwohl sich die gesamtwirtschaftliche Lage eingetrübt hat, sehe ich für die Pharmaindustrie ein positives Jahr voraus. Viele neue Innovationen mit großem Nutzen werden eingeführt werden. Der hohe Preis der neuen Produkte wird die eigentliche Herausforderung werden. Wie kann die Industrie diese Preise rechtfertigen und wie können die nationalen Gesundheitssysteme die Kosten aufbringen und sich daran anpassen? Ich bin überzeugt, dass damit tiefgreifende Veränderungen in der Finanzierung der Gesundheitssysteme angestoßen werden.

 

Welche Eigenschaften Ihrer MitarbeiterInnen halten Sie für besonders wertvoll? Was wünschen Sie sich für die Mitarbeiter von AMOMED?

 

Weiter oben habe ich darauf schon eine erste Antwort gegeben. Den einen wichtigsten Faktor gibt es für mich nicht. In der Vielfalt der Ansichten und Charaktere liegt eine große Stärke. AMOMED hat ein Leitbild, in dem steht, wie wir miteinander umgehen wollen und was von jedem Mitarbeiter erwartet wird. Jene die neu beginnen, sollten schon wissen, worauf sie sich einlassen.

Mich würde am meisten freuen, wenn unsere Mitarbeiter das Gefühl haben mit ihrer Arbeit bei AMOMED zum Unternehmenserfolg, zu ihrem eigenen Glück und zur Gesellschaft etwas beitragen zu können.

 

Was haben Sie als Geschäftsführer bei AMOMED in den letzten knapp 3 Jahren gelernt? Worauf sind Sie als Geschäftsführer von AMOMED stolz?

 

Ich musste lernen, dass mir frühere Erfahrungen nur bedingt weiterhelfen. Ich musste immer offen bleiben für Neues und oft umdenken. Vieles kam anders als angenommen. Wichtig erscheint mir, dass wir Dinge ausprobieren, schnelle Rückschlüsse ziehen und uns dann rasch umorientieren, wenn es nicht funktionieren sollte.

Ich bin ungemein stolz auf den Teamgeist, die Dynamik und das hohe Engagement unserer Mitarbeiter. Es ist ein hoher Zusammenhalt spürbar.