April 2019

Dr. Kneissl-Mayer im Interview mit PHARMAustria
Intensivmedizin Notfallmedizin Sepsis
AMOMED Pharma General Manager Dr. Günther Kneissl-Mayer

AMOMED Pharma Geschäftsführer Dr. Kneissl-Mayer gab dem Magazin PHARMAustria kürzlich ein Interview, um sowohl AMOMEDs Rolle am heimischen und globalen pharmazeutischen Markt darzustellen, als auch ein Augenmerk auf den Standort Österreich zu richten.

Was ist AMOMED?

 

Dr. Kneissl-Mayer betonte im Gespräch mit Mag. Nicole Gerfertz-Schiefer die Rolle die AMOMED – privat, unabhängig und in Österreich beheimatet – am Arzneimittelmarkt einnimmt: AMOMED liefert Produkte, die in der Therapie in kritischen Situationen von Fachärzten eingesetzt werden, mit dem Ziel die Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten zu erhöhen.

Im Interview erklärt Dr. Kneissl-Mayer, dass das Kerngeschäft von AMOMED bei kurzwirksamen intravenösen Betablockern liegt. Generell stehen folgende Produkte im Fokus des Portfolios:

  • Esmolol (Esmocard) – zur schnellen Senkung von Herzfrequenz und Blutdruck vor allem vor, während und nach Operationen
  • Rapibloc – zur raschen Herzfrequenzkontrolle bei Patienten mit Vorhofflimmern oder Vorhofflattern; auch bei kardialer Dysfunktion
  • Empesin (Empressin) – zur Behandlung der katecholaminrefraktären Hypotonie im Rahmen septischer Schockzustände bei Patienten über 18 Jahre
  • Trisuva – eingesetzt bei der Behandlung von idiopathischer oder hereditärer pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH)

 

Welche Rolle spielt der Standort Österreich für Pharmaunternehmen?

 

Während die Behördenwege relativ unbürokratisch ablaufen und Zeitabläufe gut eingehalten werden, so ist für Dr. Kneissl-Mayer doch eine mangelnde Förderung für pharmazeutische Unternehmen spürbar. Ebenso sieht er in der Preispolitik für innovative Arzneimittel für pharmazeutische Unternehmen einen Standortnachteil in unserem Land. In einem Hochpreisland, was Lohn- und Lohnnebenkosten betrifft, wie Österreich, muss die Pharmaindustrie über Preise diskutieren, die in Niedrigpreisländern wie Litauen, Bulgarien und Rumänien gezahlt werden.

 

Was kann noch getan werden?

 

Ein weiterer Schritt wäre die Überdenkung der Allokation finanzieller Mittel in den Krankenhäusern. 60% des Arzneimittelbudgets fließt in onkologische Therapieformen und nur 4-5% in Anästhesie und Intensivmedizin. Jedoch sterben allein an Sepsis mehr Patienten als an Brust-, Prostata- oder Dickdarmkrebs zusammen. Auch sollte mehr in Vorbeugung investiert und die Bürger selbst in die Verantwortung der Prophylaxe einbezogen werden.

 

Das ganze Interview können Sie hier lesen. Ein Beitrag aus PHARMAustria 1/19.

Autorin des Originalbeitrages: Mag. Nicole Gerfertz-Schiefer.