März 2020

Akutes Vorhofflimmern auf der Intensivstation: eine spezielle Herausforderung bei Patienten mit Herzinsuffizienz
Key-Visual-Rapibloc Vorhofflimmern
Vorhofflimmern in Patienten mit Herzinsuffizienz birgt besondere Gefahren

Vorhofflimmern (VHF) ist die häufigste Herzrhythmusstörung und geht mit der Entwicklung von Schlaganfall, Myokardinfarkt und Herzinsuffizienz (HI) einher. Umgekehrt machen die strukturellen und neurohormonalen Veränderungen bedingt durch Herzinsuffizienz, die Entwicklung und das Fortschreiten von VHF viel wahrscheinlicher. HI selbst erhöht das VHF-Risiko um das 4,5- bis 5,9-fache.

 

 

 

 

Unabhängig davon, was zuerst eintritt, haben Patienten mit gleichzeitiger HI und VHF eine signifikant schlechtere Prognose und verursachen wiederholte und längere Krankenhausaufenthalte sowie höhere Krankenhauskosten.

In einer Untersuchung an 10.701 Krankenhauspatienten mit HI hatten Patienten mit neu aufgetretenem Vorhofflimmern längere Krankenhausaufenthalte, eine höhere Morbidität und einen Trend zur erhöhten Mortalität zu verzeichnen.

Bei der akuten Behandlung von symptomatischem VHF mit gleichzeitiger HI ist es bei hämodynamischer Stabilität äußerst wichtig, rasch eine Herzfrequenzkontrolle einzuleiten. Primäres Ziel ist es, je nach klinischem Bild die Herzfrequenz auf <110 Schläge pro Minute zu senken, um die ventrikuläre Füllung zu erleichtern und die Herzarbeit (HZV) zu verbessern. Die aktuellen Richtlinien empfehlen bei klinisch stabilen Patienten mit Herzinsuffizienz und reduzierter Auswurffraktion – HFrEF die Gabe von Betablockern (Klasse I, Evidenzgrad A) zur Kontrolle der Herzfrequenz.

In einer Subgruppenanalyse der AF-CHF-Studie wurde gezeigt, dass Betablocker die Gesamtmortalität bei Patienten mit HFrEF und VHF um 28% senken. Der Effekt war bei Personen mit höherer VHF-Belastung stärker ausgeprägt. Zusätzlich konnte bei vielen Patienten ein besseres NYHA-Stadium erreicht werden.

In Zukunft könnten ultraschnell wirkende intravenöse Betablocker die therapeutische Lücke für eine präzise und individuelle Kontrolle der Herzfrequenz schließen, wenn eine Einschränkung der Herzkontraktilität bei Patienten mit Herzinsuffizienz unerwünscht ist. AMOMED unterstützt Forschungsprojekte der intensivmedizinischen Versorgung, um bessere therapeutische Optionen für das akute Management von Vorhofflimmern zu entwickeln, insbesondere bei Patienten mit Herzinsuffizienz.

ESC Guidelines 2016 for management of AF

 

AMOMEDs Angebot in der Intensivmedizin

 

AMOMED bietet Arzneimittel, welche bei Herzrhythmusstörungen, Myokardinfarkten und Sepsis zum Einsatz kommen. Erfahren Sie mehr oder registrieren Sie sich für unsere AmoMED Academy, um sich Zugang zu Studien und Produktinformationen zu sichern. Sie können uns auch direkt unter office@amomed.com oder +43 1 545 01 130 kontaktieren. Wir freuen uns auf Ihre Fragen.

 

Quellen:

Pluymaekers NAHA et al. N Engl J Med. 2019 Apr 18;380(16):1499-1508. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30883054
Kotecha D et al. Eur Heart J. 2015 Dec 7;36(46):3250-7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26419625
Batul SA et al. Korean Circ J. 2017 Sep;47(5):644-662 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28955382
Kirchhof P et al. Eur Heart J. 2016 Oct 7;37(38):2893-2962 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27567408